Der Hund im Dienste des Menschen

15. November 1999

Wir sind alle über speziell ausgebildete Hunde informiert, die in Katastrophengebieten eingesetzt werden und dort Bedeutendes leisten. Wir wissen von Lawinen- und Erdbebenverschütteten, die ihr Leben diesen Hunden verdanken. Hunde im Polizeidienst, Hunde als Begleiter behinderter Menschen und die vielen nicht ausgebildeten Hunde, die ebenfalls Bedeutendes leisten.

Immer häufiger berichten Medien über Tiere, die Heilungsprozesse kranker Menschen fördern. Das Streicheln von Tieren, so geben Ärzte bekannt, wirkt beruhigend und senkt nachweislich den Bluthochdruck. In den USA erwachte ein Patient aus dem Koma unmittelbar, nachdem der eigene Hund ihn mit der Pfote berührte. Der Hund als Therapeut auch für die Seele? Ja!

Hunde reagieren äußerst sensibel auf menschliche Stimmungsschwankungen. Sie teilen Freude sowie Traurigkeit und bringen das durch ihre Körpersprache zum Ausdruck. Man spricht von stummen Ansprechpartnern, doch sie sind nicht stumm, sie sprechen auf ihre Weise und können allein gelassene Menschen vor dem Sturz ins Leere bewahren. Der Hund: Lebenserhaltung für den vereinsamten Menschen, ein warmes Stück Leben, ein lebendiger Trost, sozialer Katalysator, herstellende Kommunikation und die Befreiung aus der Isolation. Das sind Tatsachen.

Die folgenden Zeilen können es verdeutlichen, Zeilen, die ich eines Tages in meinem Briefkasten fand und deren Verfasser sich leider nicht zu erkennen gegeben hat.

Wenn da dieser Hund nicht wär
 
Lebensfreude, Frohsinn, Glück,
ist lange her, liegt weit zurück.
Nur Kummer, Schwermut, gar nichts mehr?  
Doch – wenn da dieser Hund nicht wär.
 
Wo ist die Liebe, warum der Haß,
warum die Furcht, der Wunde Last,
viel Dunkelheit um mich, nicht mehr?
Doch – wenn da dieser Hund nicht wär.
 
Wo ist Gefühl für Zärtlichkeit,
Berühren wie vor langer Zeit,
warum nur Trübsinn, sonst nichts mehr?
Doch – wenn da dieser Hund nicht wär.
 
Des Morgens Schauder birgt die Seele,
des Geistes Leere, finstre Höhle,
mein Schwur, bei Gott, mich gäb’s nicht mehr,
wenn da dieser Hund nicht wär.  

 

Copyright© Brigitte Pick 2002