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Liebe
Hundebesitzer,
viele
von Ihnen kennen sicherlich die unten aufgeführten Bitten eines Hundes
an den Menschen. Als ich sie kürzlich wieder las, hatte ich fast einen
Kloß im Hals. Warum? Ich habe mir vorge- stellt, wie ein kleiner Hund
ängstlich vor seinem miesen Besitzer steht und irgendwie ahnt, was da
auf ihn zukommt. Und es passiert. So ist leider auch oft die
Wirklichkeit. Dann habe ich mir ausgemalt, wenn mein eigener Hund mit
diesen Bitten an mich herangetreten wäre und resü- miert.
Ich bin nämlich nicht mies und behaupte: „Mein Hund hat bei mir
den Himmel auf Erden.“
Ihre
B. Pick
Bitten
meines Hundes
und die Antworten darauf
5.
Juni 2003
Mein
Leben dauert zehn bis zwölf Jahre. Jede Trennung von Dir wird für mich
Leiden bedeuten. Bedenke es, bevor Du mich anschaffst!
Wie bitte, was meinst Du mit Trennung?
Überall schleppe ich Dich mit - außer, dass ich vielleicht einen
Termin beim Orthopäden habe, weil ich mal wieder über Dein Spielzeug
gestolpert bin.
Gib
mir Zeit zu verstehen, was Du von mir verlangst!
Was habe ich in all den Jahren von Dir außer Sitz, Platz und hör das
Stehlen auf bitteschön verlangt?
Verdammt, du bist jetzt sieben Jahre alt, Du hast das Zeitlimit bei
weitem überschritten, die Frist ist um.
Pflanze
Vertrauen in mich – ich lebe davon!
Oh ja, Du lebst von Vertrauen und ich habe gepflanzt und gepflanzt. Im
Prinzip pflanze ich immer noch.
Übrigens, gepflanzt
habe ich auch eine Unmenge von Blumen in die Erde. (Die haben Dich nicht
überlebt!)
Zürne
mir nie lange und sperr’ mich nicht zur Strafe ein!
Klar, wenn Du Mist gebaut hast zürne ich, manchmal sogar 30 Sekunden
und Du?
Ja, Du liegst dann 2 Stunden beleidigt in der Ecke und machst mir oben
drein noch ein schlechtes Gewissen.
Und wegsperren würde ich Dich auch nicht
- ich bestrafe mich
doch nicht selbst, keine Versicherung bezahlt kaputte Türen.
Du hast Deine Arbeit, Dein Vergnügen, Deine Freunde, ich habe
nur Dich!
Das ich nicht lache, ich gehe arbeiten, damit es Dir gut geht!
Mein Vergnügen beschränkt sich auf den jährlichen Betriebsausflug und
außerdem wohnen meine Freunde alle weit weg, die sehe ich auch nur
selten.
Sprich mit mir. Wenn ich auch Deine Worte nicht verstehe, so doch die
Stimme, die sich an mich wendet!
Wir sprechen ständig miteinander, alles erzähle ich Dir und erzähl’
Du mir nicht, dass Du nix verstehst. Das ist gelogen!
Beispiele:
Pfui, da darfst Du nicht Pipi machen – keine Reaktion
Nein, das ist mein Baguette – keine Reaktion
Ja, Du darfst auf die Couch!!!
Wisse: Wie immer ich behandelt werde, ich vergesse es nie!
Ist das so eine Art Drohung?
Ich behandele Dich immer gut und ich vergesse auch nie, wie Du mich
damals vor der Begleithunde-Prüfungskommission behandelt hast!
Bedenke,
ehe Du mich schlägst, dass meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchelchen
Deiner Hand zerquetschen vermögen – ich aber keinen Gebrauch davon
mache!
Huch, ich krieg’ ne Gänsehaut!
Nun mal ernsthaft mein Sensibelchen, Du weißt ja gar nicht was Schläge
überhaupt ist. Aber erinnere Dich an den Tag als Du noch klein und sehr
wütend warst und mein Kiefer in Deine Pfote geklappt ist.
Ehe Du mich bei der Arbeit unwillig rügst, bockig oder faul, bedenke:
Vielleicht plagt mich ein Leiden oder ich habe ein verbrauchtes Herz!
Das meinst du doch nicht wirklich, oder?
Bei Dir gibt es diesbezüglich nichts zu rügen. Hast Du jemals
gearbeitet? Bockig und faul bist Du ohnehin, diese Eigenschaften gehören
nun mal zu Deinen Lebensqualitäten.
Lass mich nicht bei Sturm und Regen draußen schlafen, bereite mir ein
warmes Lager unter Deinem Dach.
Glaube mir, ich käme ja selbst nicht in den Schlaf vor lauter Sorge um
Dich. Bei „Wind und Wetter“ vom Keller bis zum Dach hast Du ein
Dutzend warmer Plätzchen in meinem Haus. Eins davon ist mein Bett, was
Du – ganz nebenbei bemerkt - zu Dreiviertel beanspruchst.
Kümmere Dich um mich, wenn ich alt werde, auch Du wirst einmal alt
sein!
Das weiß ich selbst, bin ja auf dem besten Weg, und Du übrigens auch!
Gehe
jeden schweren Gang mit mir! Sag’ nie: „Ich kann so etwas nicht
sehen“, oder „es soll in meiner Abwesenheit geschehen". Alles ist
leichter für mich mit Dir!
Geliebter
Hund, darauf
finde ich keine Antwort, nur eine einzige Bitte:
Bleib’ noch viele Jahre bei mir, und zwar so, wie Du bist!
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